Stadtführungen Bamberg


Führungen - Seminare - Veranstaltungen in der Stadt Bamberg




Bamberg Panorama Programm/Führungen Kontakt Links

Dom, Alte Hofhaltung und Neue Residenz






Der Bamberger Reiter






Alte Hofhaltung






Neue Residenz






Rosengarten der Neuen Residenz






Benediktinerkloster St. Michael






Der »Himmelsgarten« von St. Michael






Das Böttingerhaus






Altes Rathaus






Villa Concordia






Ausblick vom »Spezi-Keller«
»Eine Stadtführung durch Bamberg lohnt sich!«
Am östlichen Rand des nordbayerischen Steigerwaldes, wo die sanften Hügel zum Regnitztal hin abfallen, liegt Bamberg. Der Reisende, der sich der Stadt nähert, kann schon aus der Ferne die vielen Kirchtürme erkennen. Die Inselstadt zwischen den beiden Regnitzarmen und die wie in Rom auf sieben Hügeln erbaute Bergstadt zusammen das größte zusammenhängende Altstadtareal Deutschlands. Es wurde 1993 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Der Besucher wird von unzähligen mittelalterlichen und barocken Bauten umfangen, im Zentrum die großartige Platzanlage mit Dom, Alter Hofhaltung und Neuer Residenz.

Hier auf dem Domberg, dem wichtigsten der sieben Hügel, wird die weit über 1000-jährige Geschichte Bambergs greifbar. Die Anfänge der Besiedlung aus dem 6./7. Jahrhundert, die einst so stattliche Burganlage der Babenberger wie auch der erste Dombau, eine Stiftung Kaiser Heinrichs II. († 1024 n. Chr.), mit der Bamberg zu Beginn des 11. Jahrhunderts in den Fokus der deutschen Geschichte rückt, liegen heute unter dem Kopfsteinpflaster des Platzes begraben. Nicht weniger eindrucksvoll erhebt sich heute dafür aber auf der Südseite des Areals der zweite Dombau aus dem frühen 13. Jahrhundert. Die aus der Erbauungszeit stammenden Steinskulpturen, allen voran der Bamberger Reiter, sind weltberühmt und zählen zu den Spitzenleistungen der europäischen Kunst dieser Zeit. Der Dom birgt jedoch noch weitere Meisterwerke, wie das Grabmal Bischof Friedrichs von Hohenlohe († 1352), das Kaisergrab von Tilmann Riemenschneider (1499-1513) oder den Weihnachtsaltar von Veit Stoß (1523).

Südlich der Kirche, im ehemaligen Kapitelhaus sowie im Domkreuzgang ist das erzbischöfliche Diözesanmuseum untergebracht, das vor allem durch seine hochbedeutsamen Kaisermäntel, die zum Teil aus der Zeit Heinrichs II. stammen, glänzt.

Nördlich des Domes schließt sich die Alte Hofhaltung an. In dieser ehemaligen Bischofs- und Kaiserpfalz wurde im Jahre 1208 König Philipp von Schwaben getötet. Die ältesten Teile der Anlage, die sich um einen lichten Innenhof gruppieren, reichen wohl bis ins 12. Jahrhundert zurück. Das äußere Erscheinungsbild der Alten Hofhaltung wird heute allerdings im Wesentlichen durch die Renaissance-Umbauten des 16. Jahrhunderts geprägt.

Ein weiterer Monumentalbau auf dem Domberg, der die Platzanlage nach Norden und Osten hin komplettiert, ist die Neue Residenz. Im Jahre 1601/02 wurde sie unter Fürstbischof Johann Philipp von Gebsattel begonnen und durch Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn zwischen 1695 und 1703 im barocken Stil umgebaut und erweitert. Der Hofbaumeister Leonhard Dientzenhofer gestaltete die beiden barocken Flügel, die sich als prachtvolle Schaufassade zum Domplatz hin öffnen.

Da Bamberg im Zweiten Weltkrieg kaum größere Schäden erlitten hat, blieben neben dem Dom noch zahlreiche andere Kirchenbauten erhalten. Ihre Geschichte reicht zum Teil ebenfalls bis ins 11. Jahrhundert zurück. Besonders lohneswert ist der Besuch des Benediktinerklosters St. Michael, dessen Konventbauten und Abteikirche ab 1696/97 nach Plänen von Johann Leonhard Dientzenhofer im barocken Stil umgebaut wurden. Unter dem Ostchor befindet sich die Grabtumba des heiligen Bischof Ottos I. (vermutlich 2. V. 15. Jh.). Mittels eines Durchschlupfes kann der Gläubige durch die Tumba hindurch steigen, was der Legende nach vor allem bei Rückenleiden Heilung bringen soll. Auf dem Weg zum Ostchor sollte der Besucher aber keinesfalls vergessen, seinen Blick nach oben zu richten, denn über das gesamte Kirchengewölbe erstreckt sich ein gemalter Kräutergarten. Dieses "himmlische" Herbarium aus der Barockzeit beeindruckt noch heute durch seine naturgetreue Wiedergabe. In der noch vollständig erhaltenen Klosteranlage findet man heute auch das Bamberger Brauereimuseum sowie zwei Gastronomiebetriebe. Wer um den Konventbau herumgeht, kann durch den über mehrere Terrassen angelegten Klostergarten wieder in die Stadt hinuntersteigen.

Bamberg hat neben seinen vielen Kirchen auch herrliche Profanbauten zu bieten. Nicht umsonst hat die UNESCO die Bamberger Altstadt als Gesamtensemble zum Weltkulturerbe erhoben. Vor allem barocke Steinfassaden dominieren das Erscheinungsbild der Innenstadt. Häufig liegen darunter noch ältere Fachwerkkonstruktionen. Ihr barockes Kleid verdankt die Stadt vor allem dem Pracht liebenden Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn, der nach seinem Amtsantritt die Stadt zum repräsentativen Zentrum seiner Macht umgestalten ließ. Damals entstanden unter anderem die beiden Wohnpalais des Hofrats Johann Ignaz Tobias Böttinger, die häufig zu den schönsten barocken Bürgerhäusern Deutschlands gezählt werden: Das sog. Böttingerhaus (1708-13) mit einer durch Bauplastik sehr reich gestalteten Barockfassade und nur wenige Gehminuten von dort entfernt das zweite Palais Böttingers, die sog. Villa Concordia. Diese Zweiflügelanlage wurde zwischen 1715-22 wohl durch Johann Dientzenhofer direkt am Ufer der Regnitz errichtet. Heute wird sie als Künstlerhaus genutzt. Der moderne Glasanbau im Garten der Anlage dient den Künstlerstipendiaten als Unterkunft und Atelier.

Ein berühmtes Wahrzeichen Bambergs ist das Alte Rathaus, das auf einer kleinen Insel mitten im Flussbett der Regnitz steht, und wie eine Klammer die Inselstadt mit der Bergstadt verbindet. Die nicht nur in Deutschland einmalige Lage kann wohl als ein in Stein gesetzter politischer Kompromiss verstanden werden. Die Bergstadt war damals stärker bischöflich dominiert, während sich auf der Inselstadt im Verlauf des Mittelalters vorzugsweise die Kaufleute niedergelassen hatten. Als Bamberg um 1440 eine neue Ratsordnung und damit Bürgermeister und Ratsversammlung als Zentralbehörden erhielt, entschied man sich, das neue Rathaus auf neutralem Boden zwischen den beiden Einflussgebieten zu errichten. Schon um 1386 hatte es auf der winzigen Regnitzinsel eine Brücke mit Torturm gegeben, der im 15. Jahrhundert erneuert und seitlich durch ein wenig repräsentatives Fachwerk-Rathaus erweitert worden war. Das heutige Erscheinungsbild von Torturm und Rathaus geht im Wesentlichen auf Umbaumaßnahmen um die Mitte des 18. Jahrhunderts zurück. So auch die figürliche und architektonische Fassadenmalerei, die 1755 von Johann Anwander geschaffen wurde und bis heute die verputzten Längsseiten des Fachwerk-Rathauses schmückt.

Neben all den kunsthistorischen Reizen, die Bamberg ohne Zweifel zu bieten hat, findet der Besucher aber noch etwas anderes – eine urwüchsige Gemütlichkeit und Gelassenheit. Gerade im Sommer scheint die Zeit langsamer zu laufen. Überall in der Stadt haben die Cafés und Restaurants bis spät in den Abend hinein ihre Tische und Stühle im Freien aufgestellt. Und es sind zu einem großen Teil die Bamberger selbst, die sich dort zu jeder Tageszeit auf einen Milchkaffee oder zum Essen mit Freunden treffen.

Wer einen kühlen Ort zum Spaziergang sucht, geht in den Hain. Von der Innenstadt aus benötigt man zu Fuß nur etwa 10 Minuten, bis man unter dem dichten Blätterdach dieses 1803 angelegten Volksgartens angekommen ist. Gleich zu Beginn eine Besonderheit – das von den Bambergern viel geliebte Hainbad. In diesem etwas altertümlich wirkenden Freibad schwimmen nur die Kleinsten in einem extra angelegten Becken, der Rest springt direkt in die Regnitz. Im kalten Wasser lässt man sich von der Strömung des Flusses bis zu einer hölzernen Ausstiegstreppe steigen. Einmalig dabei ist der Blick vom Wasser auf die barocke Anlage der Villa Concordia. Direkt neben dem Hainbad liegt das Bootshaus, das nicht nur den heimischen Ruderverein beherbergt, sondern unter anderem auch einen Biergarten mit Blick auf den Fluss zu bieten hat. Wer noch etwas weiter laufen möchte, lässt Hainbad und Bootshaus einfach rechts liegen und spaziert etwa 20 Minuten weiter in Richtung Süden, bis man an der Buger Spitze ankommt. Von hier aus bietet sich ein idyllischer Blick auf die niedrigen Häuser von Bug, diesem kleinen und etwas abseits gelegenen Stadtteil Bambergs. Außerdem gibt es hier die Möglichkeit, Tret- und Ruderboote zu mieten, mit denen man noch ein ganzes Stück Fluss aufwärts schippern kann.

Ein schöner Abschluss eines solchen Sommertages ist dann der Besuch eines Kellers, wie man in Bamberg die über ehemaligen Braulagerstätten angelegten Biergärten nennt. Einige von ihnen liegen oberhalb der Stadt und der Aufstieg dorthin ist etwas mühsam. Der Panoramablick, den man zum Teil von dort oben genießen kann, das köstliche heimische Bier, die Brotzeit und vor allem die ungezwungene Atmosphäre entschädigen aber mehr als genug für diese Anstrengung. Auch Jazz-Frühschoppen und Abendkonzerte werden dort veranstaltet. Für die Freunde klassischer Musik ist der Besuch der Konzert- und Kongresshalle ein Muss. Hier spielen die Bamberger Symphoniker, eines der führenden deutschen Orchester.

Sie sehen, die Stadt hat für jeden etwas zu bieten. Und wer als Gast nach Bamberg kommt, wird darüber hinaus noch vieles mehr entdecken können. Da die Stadt mit ihren 70.000 Einwohnern relativ klein ist, sind die Wege kurz und alles kann leicht zu Fuß erreicht werden. Von der Innenstadt aus benötigt man mit Auto oder Fahrrad nur wenige Minuten, um sich inmitten einer herrlichen Kulturlandschaft wieder zu finden. Steigerwald, Hassberge, Fränkische Schweiz sowie Main- und Regnitztal liegen direkt vor der Haustür und locken mit Naturgenuss genauso wie mit sportlichen Aktivitäten. Berühmte Kunstdenkmäler wie die Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen, Kloster Banz, Kloster Ebrach und Schloss Seehof sind nur einen Katzensprung von Bamberg entfernt. Sollten Sie jetzt Lust bekommen haben, nach Bamberg zu reisen, dann planen Sie am Besten gleich mehrere Tage ein, denn ein Wochenende ist fast zu kurz für diese Stadt.